Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
Art. 1 Grundgesetz
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Erstmals nach einer Pause von zehn Jahren schreibt die Regionalgruppe Ansbach der Bürgerbewegung für Menschenwürde in Mittelfranken wieder einen dotierten „Robert-Limpert-Preis für Demokratie und Menschenwürde“ aus. Anlass dafür ist die Tatsache, dass der Namensgeber des Preises heuer am 15. Juli 100 Jahre alt geworden wäre und sich der Tag seiner Ermordung durch die Nazis am 18. April zum 80. Mal jährt.
Robert Limpert war der Kopf einer Widerstandgruppe, bestehend aus vier Schülern des Gymnasiums Carolinum während der NS-Zeit. Weil Limpert am - für Ansbach - letzten Tag des Zweiten Weltkriegs ein Verbindungskabel der Wehrmacht durchschnitt, verurteilte ihn der Stadtkommandant, Dr. Ernst Meyer standrechtlich zum Tode. Das Urteil wurde noch am selben Tag, wenige Stunden vor dem Einmarsch der US-Armee nach Ansbach, vollstreckt. Der damals 19-Jährige wurde am Rathaustor durch Erhängen hingerichtet.
Noch viele Jahre nach dem Krieg versagte die Ansbacher Kommunalpolitik dem Widerstandskämpfer, der mit seiner Tat die Stadt vor Zerstörungen durch die angreifenden Amerikaner schützen wollte, ein würdiges Andenken. Mitte der 1970-er Jahre, so berichtet Ulrich Rach, damals junger Journalist in dieser Stadt, sei ihm auf seine Fragen in Sachen Ehrung hin noch mehrfach erklärt worden, Limpert habe mit dem Durchtrennen des Militär-Kabels das Verbrechen der Wehrkraftzersetzung begangen, sei also nach den 1945 geltenden Gesetzen ein Straftäter gewesen. Es sei ausgeschlossen, Straftäter wie ihn durch besondere Formen des Andenkens zu ehren.
Dies ist inzwischen deutlich anders geworden: mit Limpert-Gedenkfeiern in Ansbach, mit Gedenkstätten in der Stadt, mit der Entscheidung der Deutschen Katholischen Bischofskonferenz, den Widerstandskämpfer zum „Märtyrer des 20. Jahrhunderts“ zu erheben und auch mit der Verleihung des „Robert-Limpert-Preises“ durch die Bürgerbewegung für Menschenwürde, beginnend am Anfang dieses Jahrhunderts jährlich bis 2015. Empfänger waren zuletzt vor allem junge Menschen. Ab 2015 wurde die Verleihung ausgesetzt, weil es sich als zunehmend schwierig erwies, Kandidatinnen oder Kandidaten für den Preis zu finden.
Das Organisations-Team der Bürgerbewegung sieht nach dieser Pause nun angesichts des 100. Geburtstags und des Todestags von Robert Limpert vor 80 Jahren Anlass und Gelegenheit, den Preis wieder auszuschreiben. Geehrt werden sollen jugendliche oder erwachsene Bürgerinnen und Bürger, Einzelpersonen oder Gruppen, aus Westmittelfranken, vorwiegend aus Stadt und Landkreis Ansbach, die mutig und mit Zivilcourage für Menschenrechte, Menschenwürde und den demokratischen Rechtsstaat eintreten, die sich für Minderheiten und Benachteiligte einsetzen und sich gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus sowie jede Art von Gewalt engagieren. Der erste Preis ist mit 1000 Euro dotiert, der zweite mit 500 Euro, der dritte mit 250 Euro. Die Verleihung findet am 8. Juli 2025, eingebettet in eine Lesung über den Widerstand in Ansbach, statt.
Vorschläge und Bewerbungen, also auch Eigenbewerbungen, können mit relevanten Informationen über die vorgeschlagenen Kandidaten/innen ab sofort bis zum 18. April 2025 eingereicht werden per E-Mail unter info@buergerbewegung-ansbach.de oder per Post unter der Adresse: Bürgerbewegung für Menschenwürde in Mittelfranken e. V., Regionalgruppe Ansbach, z. Hdn. Ulrich Rach, Roseggerweg 8, 91522 Ansbach.