Aktuelle Projekte für die Menschenwürde

Podiumsdiskussion "Der Friede sei mit euch!" am 1. Februar 2018 in Ansbach

Plakat zur Podiumsdiskussion am 01.02.2018 in Ansbach

Vorankündigung - Donnerstag, 1. Februar 2018 um 20 Uhr in der Karlshalle Ansbach - Eintritt frei

Teilnehmer sind:
Gisela Bornowski, Evang.-Luth. Regionalbischöfin von Ansbach-Würzburg
Prof. Dr. Ludwig Schick, Erzbischof von Bamberg
Ali-Nihat Koc, Sprecher der Begegnungsstube Medina, Nürnberg
André Freud, Geschäftsführer der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg
Michael Bauer, Vorstand des Humanistischen Verbands Bayern

Diskussionsleiter:
Alexander Jungkunz, Chefredakteur der Nürnberger Nachrichten

Saalmoderation:
Ulrich Rach, Journalist und Sprecher der Regionalgruppe Ansbach bei der Bürgerbewegung für Menschenwürde


Menschenrechts-Kurier Dezember 2017

Ausgabe 6 unseres Menschenrechtskuriers können Sie hier im PDF-Format herunterladen und lesen:

Menschenrechtskurier.pdf


Diskussionsveranstaltung zum Volkstrauertag: "Die Populisten und die Lügenpresse"

Plakat zur Diskussionsveranstaltung am 19.11.2017 in Dinkelsbühl

Sonntag, 19.11.2017 um 17 Uhr in Dinkelsbühl, Konzertsaal Spitalhof

Erstmals organisiert und gestaltet die Regionalgruppe Stadt und Landkreis Ansbach der Bürgerbewegung für Menschenwürde in Mittelfranken e. V. die traditionelle und viel beachtete Politik-Veranstaltung am Volkstrauertag in Dinkelsbühl, unserer jüngsten Mitglieds-Kommune, mit.

Zum Thema "Die Populisten und die Lügenpresse" diskutieren Frau Prof. Renate Hermann, Leiterin des Studiengangs Ressortjournalismus an der Hochschule Ansbach, Herr Michael Husarek, Chefredakteur der Nürnberger Nachrichten, Herr Wolfgang Grebenhof, stellvertretender Bundesvorsitzender des Deutschen Journalistenverbands und Herr Gerhard Kockert, Leiter Aktualitätenzentrum des Bayerischen Rundfunks. Moderieren wird Herr Ulrich Rach, Journalist und Schriftsteller aus Ansbach.

Bitte kündigen Sie Ihre Teilnahme per E-Mail an.


Ausschreibung zum Robert-Limpert-Preis 2018

Die Bürgerbewegung für Menschenwürde in Mittelfranken, Regionalgruppe Stadt und Landkreis Ansbach, und der Verein "Wir gegen Jugendkriminalität", Netzwerk für Prävention in Westmittelfranken, verleihen demnächst den Robert-Limpert-Preis 2018 für gesellschaftspolitische Courage. Lesen Sie hier die komplette Ausschreibung.


Menschenrechts-Kurier Juli 2017

Ausgabe 5 unseres Menschenrechtskuriers können Sie hier im PDF-Format herunterladen und lesen:

Menschenrechtskurier.pdf


Mehr als 72 Jahre nach dem Ende des NS-Regimes: Eine Gedenkstätte für den Widerstand in Ansbach

Ansbach hat nun eine Gedenkstätte für all jene Frauen und Männer, die sich dereinst in dieser Stadt dem NS-Regime widersetzten. Oberbürgermeisterin Carda Seidel und Ulrich Rach, Sprecher der Regionalgruppe Stadt und Landkreis Ansbach bei der Bürgerbewegung für Menschenwürde in Mittelfranken, enthüllten das Mahnmal, das direkt vor dem Rathaus steht.

Zahlreiche Gäste wohnten dem Festakt bei, darunter Mittelfrankens Regierungspräsident Dr. Thomas Bauer, die evangelische Regionalbischöfin von Ansbach-Würzburg, Gisela Bornowski, der katholische Regionaldekan Hans Kern, der ehemalige Regionalbischof von Nürnberg, Dr. Karl-Heinz Röhlin, der auch Vorstandsmitglied der Bürgerbewegung ist, Bezirksrat Uwe Schildbach als Vertreter des Bezirkstagspräsidenten, etliche Mitglieder des Ansbacher Stadtrats, Vertreter von Behörden, Schulen, Medien und viele interessierte Bürger. Schülerinnen und Schüler des Gymnasium Carolinum umrahmten die Einweihungsfeier unter der Regie von Dr. Frank Fätkenheuer mit Texten und Liedern zum Gedenken an den von den Nazis am letzten Kriegstag ermordeten Widerstandskämpfer Robert Limpert.

Die Bürgerbewegung hatte die Widerstands-Stele initiiert und finanziert. Dazu brachte sie 10 800 Euro auf, die ausnahmslos von Sponsoren stammten: Von der Hilterhaus-Stiftung, der Sparkassenstiftung, von Prof. Dr. Konrad Vanja, Eckhard Knoll, Rotary Nürnberger Land, von der Evangelischen Landjugend, Kreisverband Ansbach, von der Bürgerbewegung für Menschenwürde in Mittelfranken und von Gästen und Gastgeber einer privaten Geburtstagsfeier. Oberbürgermeisterin Carda Seidel würdigte das Engagement der Bürgerbewegung für die Erinnerungskultur in Ansbach und für die Errichtung der Gedenkstätte mit herzlichen Worten und brachte den Dank der Stadt und des Stadtrats zum Ausdruck.

Die Skulptur stammt vom Stahlbildhauser Thomas Röthel und ist betitelt: "Der schmale Grat". Auf großen Widerhall stieß auch die Festrede von Bürgerbewegungs-Sprecher Ulrich Rach, die hier nachzulesen ist.

Bilder der Gedenkfeier finden sich auf unserem zentralen Informationsportal zu Robert Limpert, www.robert-limpert.de


Einweihung der Widerstands-Gedenkstätte Ansbach

Am Dienstag, den 23. Mai 2017 um 14 Uhr wird im Herzen von Ansbach, direkt vor dem Rathaus, die Stele eingeweiht, die all jenen Frauen und Männern gewidmet ist, die sich zwischen 1933 und 1945 in dieser Stadt dem Regime des Nationalsozialismus widersetzten. Wir von der Bürgerbewegung haben die Errichtung dieser Gedenkstätte initiiert und finanzieren sie weitgehend. Die Kosten, die wir aufbringen werden, liegen inzwischen bei 10.800 €. Der Betrag ist durch Zuwendungen zahlreicher Sponsoren gesichert. Wir bedanken uns herzlich für die Großzügigkeit.

Die Stele "Wider das Vergessen", gestaltet vom Stahlbildhauer Thomas Röthel, erhält in Ochsenfurt per Gravur ihre Inschrift, am Donnerstag, den 18. Mai 2017 wird sie ab 11 Uhr in Ansbach angeliefert und bis 12 Uhr aufgestellt. Dann bleibt sie bis Dienstag, den 23. Mai 2017 verhüllt. Wir würden uns freuen, wenn Sie zu der Feierstunde kämen. Mit der Einweihungsfeier ist ein über Jahrzehnte dauernder politischer Prozess, ein Ringen um die Erinnerungskultur im Blick auf die Geschehnisse in der NS-Zeit in dieser Stadt an einem entscheidenden Punkt angekommen. Wir meinen: Dieser 23. Mai 2017 ist ein wertvoller, ein bedeutsamer Tag für Ansbach, der einer Feier würdig ist.


Rassistische Entgleisungen von Godehard Schramm

Der Schriftsteller äußert sich in einem Buch rassistisch zum Flüchtlingsthema: "Flut von Einbrechern", "Asyl-Erpresser", "Unbewaffnete Invasion"

Als eine skandalöse Entgleisung an der Grenze zur Volksverhetzung wertet die Regionalgruppe Ansbach der Bürgerbewegung für Menschenwürde in Mittelfranken Passagen zum Thema Flüchtlinge und Flüchtlingspolitik in einem neuen Buch des vielfach mit Preisen bedachten mittelfränkischen Schriftstellers Godehard Schramm.

Das Buch "WeitLandWeit GroßstadtlosGroß" stellt, wie es im Untertitel heißt, ein Porträt des Landkreises Neustadt/Aisch dar. Dennoch schweift Autor Schramm auf einigen Seiten in die bundesweite und internationale Flüchtlingspolitik und -situation ab. Beispielsweise bezeichnet er die "Abhauer aus verschiedenen afrikanischen Ländern sowie aus Syrien", wie er die Flüchtlinge nennt, auch als "Asyl-Erpresser oder Einwanderungs-Einbrecher, die, mit nichts anderem behaftet als mit ihrer nackten Existenz, bei der Ankunft uns ihre leibeigene Pistole auf die Brust setzen und uns mit ihrem Schicksal nötigen, ihnen auf der Stelle ein besseres Leben zu ermöglichen."

Godehard Schramm schreibt in seinem Buch ferner von einer "Flut von Einbrechern, die vorsätzlich unsere Grenzen überschreiten und das Land mit Verantwortungsbeschlag zwingen". "Das Unheil der unbewaffneten Invasion Europas", wie es in dem Werk heißt, begann aus Sicht des Schriftstellers damit, "dass Papst Frankziskus auf die Insel Lampedusa reiste und alle, die da übers Meer kamen, als Flüchtlinge schon zu Lebzeiten selig sprach." Und weiter: "In dieser heillosen Überflutung, die aus panischer Flucht entsteht, wird das Zurückweisen der Geflohenen immer schwieriger, und viele von ihnen werden empört sein, dass die erhoffte Zuwendung jedem Einzelnen gegenüber nicht mehr möglich scheint." "Müssen wir nun als Integrations-Forderer unsererseits nächstens nicht alle noch Syrisch lernen?", fragt er zynisch.

Für uns in der Bürgerbewegung für Menschenwürde stellt sich die Frage, ob mit der Veröffentlichung solcher unsäglich rassistischen und fremdenfeindlichen Äußerungen nicht schon der Tatbestand der Volksverhetzung erfüllt ist. Hier werden Menschen, die in Not aus ihrer Heimat fliehen, verächtlich gemacht, mit Zynismus und Häme bedacht, pauschal diffamiert und beleidigt. Schramm macht mit einer Wortwahl, wie sie ansonsten nur von übelsten rechtsextremen Populisten gebraucht wird, Stimmung gegen eine ganze Menschengruppe. Das ist als Kunst verkleideter Rassismus pur, abstoßend, unsäglich und eines Künstlers mit diesem Bekanntheitsgrad und dieser Reputation unwürdig.

Der Skandal wächst noch an Bedeutung, wenn man berücksichtigt, dass die Herausgabe des neuen Schramm-Buchs unter anderem vom Neustädter Landrat Helmut Weiß, seinem Vorgänger Walter Schneider, der Sparkasse Neustadt/Aisch-Bad Windsheim und von Dr. Norbert Teltschik, vom IHK-Gremium Neustadt "großzügig unterstützt" wurde, wie es in dem Buch heißt. Godehard Schramm ist unter anderem Träger des Wolfram-von Eschenbach-Kulturpreises des Bezirks Mittelfranken, des Friedrich-Baur-Preises der Akademie der Schönen Künste, des Kulturpreises der Oberfrankenstiftung, des Preises des Kulturfonds der Familie Tucher, des Bundesverdienstkreuzes am Bande und des Ehrenkreuzes des Pegnesischen Blumenordens.


Der "kleine Mann" und die Macht

Autorenlesung von Bodo Uibel: Beispiele und Lehren aus 100 Jahren deutscher Geschichte

Bodo Uibel liest am 15. März 2017 in Ansbach

"...und frage deine Väter" - der kleine Mann und die Macht". Das ist der Titel einer Autorenlesung, die am Mittwoch, 15. März, um 19.30 Uhr im Renaissancesaal des Beringerhofs (Gemeindezentrum St. Gumbertus) in Ansbach stattfindet.

Der Schriftsteller Bodo Uibel befasst sich in seiner Trilogie, aus der er liest, inhaltlich schwerpunktmäßig mit dem Druck auf das Privatleben des "kleinen Mannes" und mit der Fremdbestimmung seiner Haltung und Handlungen durch autoritäre Regime. Als Handlungsrahmen dient dem Autor das Beispiel der Geschichte zweier deutscher Familien aus dem Osten Europas über drei Generationen (1880 bis 2005).

Uibel, in Celle beheimatet und auf Einladung der Bürgerbewegung für Menschenwürde zu Gast in Ansbach, verbindet sein dreibändiges Werk vor allem mit der Feststellung, dass "gerade wir Deutschen nicht aufhören dürfen, aus unserer Geschichte zu lernen". Dabei kommt es dem Autor weniger darauf an, die geschichtlichen Ereignisse selbst als Lerngegenstände zu beschreiben oder die Großen und Mächtigen zu beurteilen. Viel aufschlussreicher erscheinen ihm die Verhaltensweisen der "kleinen Leute" zu den Geschehnissen ihrer Zeit.

"Unsere eigenen Vorfahren und ihre jeweiligen Generationen sind fassbar. Ihr Verhalten ist konkret", meint der Schriftsteller und: "Ihr Gelingen oder Versagen in konkreten Begegnungen mit der Macht im politischen und privaten Leben kann viel klarer herausgearbeitet werden, als jede historische Einsichtnahme in das Leben von Fremden oder gar von Mächtigen selbst". Deshalb gab Bodo Uibel seiner Trilogie den Titel: "...und frage deine Väter".

Ein weiterer Aspekt ist Uibel wichtig: Mit dem Begriff "Macht" zielt er auf alle Ebenen des Lebens bis hin in die Familien, das Arbeitsleben und auf den Machtmissbrauch in den Diktaturen des 20. Jahrhunderts. Und so wird der Autor auch bei seiner Lesung in Ansbach grausame und rührende, unglaubliche und alltägliche, ernste und humorvolle Begegnungen mit der Macht schildern. Und er will damit zugleich ein Zeichen setzen, wie der "kleine Mann" - und natürlich auch die "kleine Frau" mit den heutigen Formen der Macht umgehen könnte.

Im Anschluss an die Lesung ist Gelegenheit zum Gespräch mit dem Autor, der seine Bücher auch signiert und verkauft.


Offener Brief an Innenminister Joachim Herrmann

Mit einem offenen Brief an den bayerischen Innenminister Joachim Herrmann nimmt die Regionalgruppe Stadt und Landkreis Ansbach der Bürgerbewegung für Menschenwürde in Mittelfranken e.V. Stellung zum Asylfall Mohammad, über den die FLZ in ihrer Ausgabe vom 08.02.2017 berichtet hat.


Flyer zur Lesung mit Eva Umlauf am 21. März 2017 in Ansbach

Lesung mit Eva Umlauf

"Die Nummer auf deinem Unterarm ist so blau wie deine Augen - Erinnerungen"
Dienstag 21. März 2017, 19.30 Uhr, Kunsthaus Reitbahn 3, Ansbach

Eva Umlauf, geboren 1942 in Novaky, einem Arbeitslager für Juden in der Slowakei, überlebte Auschwitz. Sie promovierte in Kinderheilkunde in Bratislava und ging 1967 nach München, wo sie zunächst als Klinikärztin arbeitete. Später betrieb sie eine Kinderarztpraxis und ist bis heute als Psychotherapeutin tätig. 2011 sprach Eva Umlauf bei der Gedenkfeier in Auschwitz, seither engagiert sie sich als Zeitzeugin. Ihre "Erinnerungen" veröffentlichte sie im Jahr 2016.

Moderation: Elisabeth Fuchshuber-Weiß
In Kooperation mit dem Evangelischen Bildungswerk Ansbach, Kunsthaus Reitbahn 3 und Speckdrumm Ansbach


Flyer zum Vortrag von Dr. Wolfang Mück am 30. Januar 2017 in Ansbach

Vortrag: "Als unsere Heimat braun wurde"

Vortragsabend mit dem Historiker Dr. Wolfgang Mück

"Als unsere Heimat braun wurde - der Nationalsozialismus in Westmittelfranken". Zu diesem Thema spricht der Historiker und ehemalige Bürgermeister von Neustadt/Aisch, Dr. Wolfgang Mück, am Montag, 30. Januar 2017, 19 Uhr, im Kulturzentrum Karlsplatz, Karlshalle, in Ansbach auf Einladung der Bürgerbewegung für Menschenwürde in Mittelfranken.

Dr. Mück ist Autor zahlreicher Bücher zur Orts- und Regionalgeschichte sowie volkskundlicher und kulturgeschichtlicher Abhandlungen. Geboren 1939 in Müglitz/Nordmähren, studierte er von 1961 bis 1967 Geschichte, Germanistik, Geographie und Volkskunde. Nach Lehramtsexamen und Promotion trat er zunächst in den Schuldienst ein, bevor er 1990 zum Bürgermeister von Neustadt/Aisch gewählt wurde und dieses Amt bis 2002 versah. Inzwischen ist er auch Ehrenbürger dieser Stadt.

Sein besonderes Interesse galt von jeher der Geschichte des Nationalsozialismus in Franken und deren verheerenden Auswirkungen. Nahm doch das nördliche Bayern, ganz speziell auch das westliche Mittelfranken, in der Zeit der Weimarer Republik eine Vorreiterrolle bei der Erstarkung der NSDAP ein. Unter den fränkischen Kleinstädten war wiederum Neustadt/Aisch von Anfang an die nationalsozialistische Hochburg schlechthin. Eine antisemitische Hetzrede des damaligen Lehrers und späteren "Frankenführers", Julius Streicher, legte in Neustadt bereits 1922 den Grundstein für die spätere NS-Geschichte.

Rabiate Judenfeindlichkeit bestimmte hinfort die gesamte NS-Propaganda im Aischgrund. Ins überörtliche Rampenlicht trat die im März 1923 gegründete Ortsgruppe der NSDAP wenige Monate später: Sie richtete einen der sogenannten "Deutschen Tage" für die antisemitischen und republikfeindlichen Verbände aus. Hier sprach Hitler in kurzer Lederhose vor mehreren Tausend Menschen. Schon bei den Reichstagswahlen 1928 erhielt die Hitler-Partei in Neustadt die meisten Stimmen, 1930 sogar die absolute Mehrheit. Neustadt war 1931 die zweite Stadt im Deutschen Reich, wo die NSDAP mittels Volksbegehren und Volksentscheid im Stadtrat die Macht übernahm.

Wie konnten funktionierende Gemeinwesen in Deutschland, wie eben Neustadt/Aisch, innerhalb kurzer Zeit in ein totalitäres Zwangssystem der Nationalsozialisten transformiert werden? Wie konnte es geschehen, dass gerade in Franken, speziell eben auch in Westmittelfranken, die Menschen in Scharen der üblen politischen Verführung erlagen? Das sind unter anderem die Fragen, denen sich Dr. Mück in seinem Vortrag in Ansbach widmen wird. Und sicher wird er auch auf das Heute blicken. Denn die 80 Jahre zurückliegenden Ereignisse wirken, wie es in einem Begleitwort seines neuesten Buchs "NS-Hochburg in Mittelfranken" heißt, "beunruhigend aktuell, weil sie den Blick auf Entwicklungen lenken, die denen der 1920er Jahre ähnlich erscheinen".

Download des Veranstaltungsflyers


Holocaust-Gedenken am 27. Januar 2017

Feierstunde am 27. Januar in der Schwanenritterkapelle

Holocaust-Gedenken in Ansbach: Die Stadt Ansbach, die Innenstadt-Kirchengemeinden und die Bürgerbewegung für Menschenwürde in Mittelfranken, Regionalgruppe Ansbach, gestalten auch heuer wieder eine Feierstunde in Form einer Andacht, in der der Opfer des Nationalsozialismus gedacht wird. Die Veranstaltung unter dem Titel "Auschwitz bleibt für immer" beginnt am 27. Januar um 19 Uhr in der Schwanenritterkapelle.

Der 27. Januar ist jener Tag, an dem 1945 sowjetische Soldaten das Vernichtungslager Auschwitz befreiten. Seit 1996 gilt er bundesweit als Holocaust-Gedenktag. In Ansbach gestalten die Feierstunde dieses Jahr schwerpunktmäßig Oberstufen-Schülerinnen und -Schüler des Platengymnasiums, die Berichte von Überlebenden der Shoa rezitieren, und der Akkordeonist Bernd Dittl.

Im Vernichtungslager Auschwitz ließen auch viele Juden ihr Leben, die in den Vorkriegsjahren in Ansbach gewohnt hatten. Die genaue Zahl lässt sich heute nicht mehr ermitteln. Zumal es schwierig ist, den Begriff "Ansbacher Juden" zu definieren. In den Vorkriegsjahren lebten einige hundert Menschen mosaischen Glaubens in der Residenzstadt. Im Zuge der Judenverfolgung zogen in dieser Zeit viele weg, die lange hier beheimatet waren, andere zogen kurzzeitig hier her. Die meisten von ihnen wurden später in den Vernichtungslagern ermordet.

Das Gedenkbuch des Bundesarchivs nennt lediglich die Namen von 40 Menschen mit Wohnort Ansbach, die Opfer der Nazimörder geworden waren, darunter auch einige Euthanasie-Patienten der Ansbacher Heil- und Pflegeanstalt. Die wirkliche Zahl der Ansbacher Opfer des Nationalsozialismus dürfte aber deutlich höher liegen. Auch weil viele Schicksale wegen der Wirren der damaligen Zeit nicht mehr nachvollziehbar sind und die Nazis kurz vor dem Kriegsende die meisten relevanten Unterlagen vernichteten.

Insgesamt ermordeten die Nationalsozialisten während des Holocaust sechs Millionen europäischer Juden. Etwa 1,5 Millionen von ihnen wurden in Auschwitz umgebracht. In diesem größten Vernichtungslager gab es sechs große Krematorien, in denen die Menschen vergast und anschließend verbrannt wurden. Auschwitz gilt als Symbol für den vom Hitler-Regime praktizierten Massenmord nach geradezu industriellen Methoden. Das ist auch der Grund, warum der Jahrestag der Auschwitz-Befreiung zum besonderen Gedenktag gewidmet wurde.